Weißt Du wie es sich für Dich anfühlt, wenn Deine Tochter Fortschritte macht?

Ich hätte es mir damals nicht vorstellen können. Ich hatte mich ja emotional auf einer Nulllinie eingependelt. Ein Zustand, der innerhalb der langen 6 Jahre im Drama der Magersucht von selbst entstanden ist. Ich konnte mir damals gar nicht mehr vorstellen, wie sich schöne, positive Gefühle anfühlen. Ich war auf gut Deutsch „total abgestumpft“. Ich habe eine große, dicke Mauer um mein Herz gebaut. Eine Schutzmauer, die verhindert hat, dass mich noch mehr negative Gefühle treffen. Der Schmerz war bereits unerträglich sodass mein System zu meinem Schutz diese Mauer hat entstehen lassen. Leider hat diese Mauer auch verhindert, dass schöne Gefühle in mein Herz dringen können. Genauso war es andersherum auch nicht möglich, dass ich Emotionen von innen nach außen transferieren konnte. Deshalb Nulllinie. So war es mir also gar nicht möglich mir überhaupt vorzustellen, wie es sich anfühlen könnte, wenn meine Tochter Fortschritte macht. Ich glaube, dass ich gar nicht in der Lage gewesen wäre, diese Fortschritte überhaupt zu sehen.


Der Fokus war damals ein anderer


Dadurch, dass mein Fokus damals nur auf das Negative gerichtet war, konnte ich positive Entwicklungen und Fortschritte gar nicht wahrnehmen. Ich war so sehr in meinem Tunnel gefangen. Besser gesagt in unserem Tunnel. Wie Du sicher bereits in dem Blogartikel "Der Schmerz der Magersucht" gelesen hast, zieht Gleiches sich an. Das heißt, dass eine Person mit einer bestimmten Ausstrahlung eine andere Person mit gleicher Ausstrahlung anzieht bzw. die eine Person ihre Stimmung der anderen Person angleicht. Ich denke, dass Du Dich an dieser Stelle wiedererkennst, oder? Dir geht es schlecht, weil es Deiner Tochter schlecht geht. Sie leidet, also leidest Du auch. Das ist ganz normal und wissenschaftlich belegt. Während wir bei einem kleinen Schnupfen unseres Kindes eher mitfühlend reagieren, weil wir wissen, dass diese eher harmlose Erkrankung schnell überwunden sein wird, reagieren wir bei einer schweren Krankheit, wie der Magersucht, mitleidend. Wir leiden mit. Und zwar ganz und gar. Deshalb ist es erst einmal ganz normal, dass der Fokus auf der Erkrankung und allem Negativen liegt. Doch so sind wir nicht in der Lage, Fortschritte und positive Entwicklungen wahrzunehmen. Außer wir verändern unseren Fokus.


Ich habe meine Wahrnehmung bewusst verändert


Nachdem mir klar geworden ist, dass sich nur etwas verändern kann, wenn ich mich verändere, habe ich ganz bewusst daran gearbeitet meinen Fokus auf das Schöne zu richten. Ich habe angefangen meinen Blick auf schöne Dinge zu lenken. Habe in meinen Erlebnissen das Positive gesehen und mich ganz bewusst von Negativem ferngehalten. Ich bin bestimmten Menschen aus dem Weg gegangen, habe mir keine Nachrichten im Fernsehen mehr angeschaut und habe mich nicht mehr in Lästereien und Meckereien hineinziehen lassen. Ich habe seitdem keine Krimis mehr gelesen oder im Fernsehen angeschaut. Ich habe die Dinge gesehen wofür ich dankbar sein kann und ein Dankbarkeitstagebuch geschrieben. Natürlich war das alles sehr ungewohnt und anfangs sogar anstrengend für mich. Doch ich wollte unbedingt dieses unerträgliche Drama verlassen.

So begann mein Weg in meine Freiheit

Es ist ein Prozess, auf den ich mich eingelassen habe. Ein Weg in ein neues Leben, dass ich damals jedoch noch nicht so wirklich vor Augen hatte. Mit der Zeit des bewussten Wahrnehmens von positiven und schönen Dingen und Erlebnissen ging dieser Prozess in ein unbewusstes Erleben über. Ich musste mich nicht mehr daran erinnern meinen Fokus zu verändern. Ich verweilte nicht mehr in diesem unerträglichen Zustand aus Angst und Sorgen. Ich wurde ruhiger. Meine Stimmung war deutlich leichter. Ich arbeitete damals parallel mit meinem Coach an meinen Glaubenssätzen und Themen, die nach und nach aufgearbeitet waren. Die Beziehung zu unserer Tochter wurde fast unbemerkt immer leichter und natürlicher. Ich ließ mich einfach nicht mehr in das Drama hineinziehen.


Plötzlich sah ich die kleinen Fortschritte bei ihr


Eines Tages war es mir möglich ihre Fortschritte zu erkennen. Ganz kleine, fast unmerkliche Fortschritte. Fortschritte in Richtung Heilung. Es war als wenn mir jemand die dunkle Brille abgenommen hätte. Als wenn plötzlich ein Licht meinen Raum erhellen würde. Ein Spot, der auf ihre Fortschritte gerichtet wurde. Es war ein unbeschreibliches Gefühl in mir. Eine große Freude breitete sich in mir aus. Ich spürte wie mein Brustkorb sich weitete und ganz warm wurde. So warm und weit, wie ich es noch nie gespürt habe. Eine Welle des Stolzes floss durch meinen Körper und mir wurde schlagartig klar, dass ich es war, die dafür verantwortlich war. Liebe breitete sich in mir aus. Bedingungslose Liebe für sie. Ich habe durch meine Arbeit an mir dafür gesorgt, dass sie Fortschritte macht. Ich habe durch meinen Fokus erkennen können, dass sie Fortschritte macht. Weil ich meine Schwingung angehoben habe und bewusst dabei geblieben bin. Sie konnte  mich nicht mehr runterziehen und mich vereinnahmen. Nun hatte sie die Wahl. Ohne mich ins Drama fallen oder sich meiner Schwingung anpassen. Sie durfte sich entscheiden. Für das Drama oder für das Leben. Für das Leid oder für die bedingungslose Liebe.


Ich durfte erkennen, dass ich nicht machtlos bin


Ich hatte sehr wohl die Macht. Die Macht mir zu vertrauen, dass ich meinem Drama mit ihr entfliehen kann. Die Macht aus unserem Kokon aus Leid und Schmerz auszusteigen. Die Macht der Eigenverantwortung für mich voran zu gehen und sie mitzunehmen. Die Macht meine Herzensmauer einzureißen und wieder Liebe, Freude und Leichtigkeit empfinden zu können. Ich habe die Macht zu entscheiden wie ich mich fühlen möchte. Traurig, besorgt und voller Angst oder leicht, frei und voller Freude. Ich habe erkannt, dass meine Tochter meine Lehrmeisterin ist. Das sie mir spiegelt wie es in mir aussieht und ich vertrauensvoll in diesen Spiegel schauen darf um dann mein Spiegelbild zu verändern.


Hast Du auch schon die Fortschritte Deiner Tochter wahrnehmen können?

Durftest Du auch schon dieses großartige Gefühl des Stolzes und der Freude wahrnehmen?


Ich freue mich über jeden Kommentar und Anmerkungen zu diesem Beitrag. Falls Du Fragen dazu hast oder Dich für ein Coaching interessierst. Vielleicht möchtest Du mich auch einfach nur persönlich kennenlernen. Nutze die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag oder meine vielfältigen Möglichkeiten über Socialmedia.


Herzlichst  
Michaela

 

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