Mein Gamechanger als Mutter einer an Magersucht erkrankten Tochter

Im Spätsommer 2018 bin ich zu einer Veranstaltung zur Persönlichkeitsentwicklung eingeladen worden. Das Event sollte Freitagabend beginnen und bis Sonntag abends dauern. Damals war ich noch als Mutter einer an Magersucht leidenden Tochter sehr eingespannt. Ich befand mich noch total im Drama. Die Krankheit hat auch mich völlig vereinnahmt und mit mir auch unsere gesamte Familie. Meine sozialen Kontakte sind mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft. Unsere Tochter und ich lebten weiterhin irgendwie in unserer Blase.
Die Veranstaltung fand in Bayern statt und wir leben in NRW. Eigentlich war das für mich überhaupt nicht möglich 4 Tage von Zuhause weg zu sein. Ich redete mir ein, dass ich unsere Tochter nicht alleine lassen kann, dass sie mich braucht und ich für sie da sein muss. Ich muss dafür sorgen, dass genug Essen im Haus ist und das dieses auch von ihr gegessen wird. Außerdem war ich ihre wichtigste Bezugsperson. Trotz meines unguten Gefühls fuhr ich zu diesem Seminar. Mit großem Druck in der Magengegend und negativen, sehr belastenden Gedanken nahm ich die weite Zugfahrt auf mich. Etwas zog mich dort hin. Und schon am ersten Seminartag hörte ich etwas über Selbstverantwortung. Ich erfuhr Dinge über die ich niemals etwas gehört hatte. Mir fielen quasi die Schuppen von den Augen.


Ich fühlte mich wie wachgerüttelt.


Selbstverantwortung! Seit diesem Moment änderten sich meine, Gedanken, Gefühle und mein Handeln. Heute weiß ich, dass ab diesem Moment sich mein ganzes Leben änderte. Und zwar zum Positiven. Doch das ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Ich durfte erkennen, dass ich wie die meisten Menschen ein Leben als Opfer führte. Das hört sich wirklich sehr hart an und anfangs wehrte ich mich innerlich extrem gegen diese Erkenntnis. Mein Kopf ratterte und ich suchte immer wieder nach Gründen, die diese Erkenntnis widerlegen würden.  Doch nach einigen Stunden in dem Seminar musste ich mich meiner aufständischen Gedanken ergeben und einsehen, dass auch ich zum Kollektiv mit der Grundhaltung des Opferdaseins dazugehörte.
Es gibt drei Hinweise, die auf die typische Opferhaltung eines Menschen hinweisen.
1.)    Schuldzuweisungen
Die Person macht alles und jeden für das eigene Unglück verantwortlich – abgesehen von sich selbst.
2.)    Rechtfertigen
Die Person findet stets Ausreden. Sie erzählt sich und anderen Geschichten. Doch die Wahrheit, die hinter diesen Geschichten steckt, ist die Angst eine falsche Priorität oder eine falsche Entscheidung zu treffen.
3.)    Beklagen
Die Person beklagt sich über alles und jeden. Sie sieht immer das Negative. Findet immer „das Haar in der Suppe“.

Ich habe damals so viele Gründe für das Auftreten der Magersucht gesucht und auch gefunden. Ich habe fleißig beschuldigt, Ausreden gefunden warum sie nicht gesund werden kann und mich in Gedanken immer wieder beklagt. Ich habe auch mich beschuldigt. Weil ich es nicht besser wusste.
Ich habe die Verantwortung abgegeben.
Und dadurch auch die Macht und Kontrolle über mein Leben.
Diese Erkenntnis hat mich damals fast umgehauen und gleichzeitig stellte ich mir die Frage:

„Wie geht denn dann Verantwortung übernehmen?“


Eigentlich ist es ganz einfach. Gib niemand anderem die Schuld für irgendetwas und übernimm zu 100% die Verantwortung für alles was Dir in Deinem Leben geschieht und das Ergebnis ist pure Freiheit. Das heißt, ich bin die Ursache und die Veränderung. Und die Basis des Prozesses sind meine Gedanken. Mit anderen Worten. Werde aufmerksam und beobachte Deine Gedanken. Oder werde Dir Deiner Gedanken bewusst. Nur wenn wir uns bewusst darüber sind was wir denken, können wir diese Gedanken auch verändern. Doch dazu müssen wir uns bewusst entscheiden. Und zwar jeder einzelne für sich.
ICH muss es verändern!!
Und so begann meine intensive Mindset Arbeit. Ich beobachtete meine Gedanken und meine Sprache. Ab sofort strich ich das Wort „man“ aus meinen Sätzen. Wer ist „man“? Indem ich „man“ durch „ich“ ersetzte bezog ich wirklich Stellung. Weiter wurde das Wort „aber“ aus meinem Wortschatz gestrichen und durch das Wort „und“ ersetzt. Das „aber“ weist auf Bedenken, Probleme oder Schwierigkeiten hin.  Es kann jedoch auch als Entschuldigung oder Ausrede eingesetzt werden.
So begann mein Weg aus der Opferhaltung in die Vollverantwortlichkeit. Ein aktiver Prozess und ein starkes Bekenntnis für Fülle, Freude und Freiheit und die Basis für gelebte Veränderung. Ganz ehrlich, es war alles andere als leicht. Ja, es war unbequem und erschreckend. Wir Menschen denken am Tag ca. 60000 Gedanken und nur 2% davon sind neue Gedanken. Alle anderen sind wir gewohnt und sie spiegeln uns wider. Diese Gedanken zeigen uns wie wir die Welt sehen und nicht wie sie wirklich ist. Unsere Sicht auf die Welt bzw. unsere Gedanken sind durch unsere familiäre Prägung, unser Umfeld, unsere Erfahrungen und Überzeugungen genau so entstanden.

Gedanken werden Wirklichkeit!

Ein weiterer Grund für mich meine Gedanken zu beobachten. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die das belegen. Außerdem werden die universellen Gesetze (Blogbeitrag dazu folgt) als Beweisbringer herangezogen. Da unsere Gedanken an unsere Emotionen gekoppelt sind bestimmen unsere Gedanken wie wir uns fühlen. Wenn wir negative, limitierende Gedanken haben fühlen wir uns dementsprechend. Doch wer möchte sich immer schlecht, negativ und begrenzt fühlen? Niemand. Und doch geht es den meisten Menschen so. Mir ging es auch so. Schon durch die Erkrankung unserer Tochter befand ich mich im tiefsten Dunkel meiner Gefühle. Durch das aktive Beobachten meiner Gedanken und dem bewussten Wahrnehmen meiner Emotionen lernte ich diese auch zu verändern. Ich drehte negative Gedanken in positive und erkannte ziemlich schnell wann ich wieder beschuldigte oder mich selbst aus der Verantwortung ziehen wollte. Ich begann damit mir immer wieder diese eine Frage zu stellen: „Ist das wirklich wahr?“ Damit ich das zulassen konnte musste ich schonungslos ehrlich zu mir sein. Ich wollte unbedingt raus aus dem Drama. Wollte die Opferhaltung hinter mir lassen. Ich spürte in mir oft Widerstände und Wut doch ich hatte die Entscheidung für ein Leben in Freiheit und Leichtigkeit getroffen. Ich wollte Hilflosigkeit, und Machtlosigkeit hinter mir lassen um eine machtvolle Lebenshaltung einzunehmen.
Vom Opfer zur Schöpferin.
Dafür bin ich zu 100% selbst verantwortlich!

Von Herzen Danke

dass Du diesen Artikel gelesen hast. Hiermit habe ich die Basis geschaffen für noch viele weitere aufbauende Themen rund um das Thema „Coaching für Mütter mit einer an Magersucht erkrankten Tochter“ und um mich persönlich. Falls Du Fragen hast, die Dich selbst betreffen oder meine Arbeit kannst Du mich über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion anschreiben oder meine Kanäle auf Social Media nutzen. Ich freue mich über jede Nachricht.
Herzlichst
Michaela

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

Ich freue mich auf eure Kommentare, eigene Erfahrungen und eventuelle Fragen!

Kommentar von Nina Sollich

Wahnsinn, wie sehr das vermutlich auf „uns alle“ zutrifft…tut so gut, dass nochmal schwarz auf weiß zu lesen. Reminder! Danke <3

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