So sehe ich die Magersucht


Für mich ist die Magersucht ein Symptom. Also ein Merkmal oder ein Hinweis darauf, dass die Seele nach etwas ruft. Die Magersucht / Anorexia nervosa ist ein Ausdruck der Seele, dass ihr etwas fehlt. Es besteht ein Mangelzustand. Die betroffenen Mädchen und junge Frauen identifizieren sich im Laufe der Zeit mit dieser Erkrankung. Und genau durch diese Identität nährt sich die Essstörung. Glaubenssätze wie: „Ich bin das.“ Oder „Ohne das kann ich nicht leben.“ Geben den Betroffenen viele Emotionen/ Gefühle nach denen wir Menschen uns in unserem Leben sehnen, nach denen wir streben.
Das sind GEBORGENHEIT, ZUGEHÖRIGKEIT, SICHERHEIT und VERTRAUEN.
Hier handelt es sich um die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen. Wenn diese Emotionen jedoch an die Essstörung gekoppelt sind bzw. sich durch die Essstörung erfüllen, wird klar warum diese Erkrankung einen „Sucht Charakter“ auf Verhaltensebene hat.


Die Essstörung wird benötigt um sich die Grundbedürfnisse zu erfüllen


Die Magersucht kann schon früh entstehen. Meistens im Teenageralter. Eine Zeit, in der es um Selbstentwicklung und Selbstfindung geht.
Ein weiterer markanter Zeitpunkt ist dann ungefähr im Alter von Mitte Zwanzig Jahren. In dieser Zeit geht es darum zu hinterfragen: „Was will ich in meinem Leben erreichen?“ oder „Was ist der Sinn in meinem Leben?“
Die „helfende Hand“ der Seele ist die Essstörung. Sie bietet den Betroffenen emotionale Sicherheit.
Die Grundlagen für die Essstörung entstehen bereits in der frühen Kindheit. Die aller wenigsten zeigen jedoch mit 2-5 Jahren die Essstörung auf Verhaltensebene obwohl bereits schon die limitierenden Glaubenssätze und Emotionen im Unterbewusstsein abgespeichert wurden.  Hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen.
Ab dem 2. Lebensjahr entwickeln Kinder die Bedürfnisse nach Autonomie, Kontrolle und Anerkennung. Sie wollen Dinge alleine, ohne Hilfe machen. Sie wollen „selbstständig“   werden. Sie wollen eigene Erfahrungen machen und dafür Anerkennung von den engen Bezugspersonen. Sie wollen geliebt werden. Sind die Eltern eher vorsichtig und ängstlich lassen sie ihrem Kind meist nicht die Freiheiten sich auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu machen. Sätze wie: „Dafür bist Du zu klein“, „Das kannst Du noch nicht.“ oder „Lass mal, ich mach das schon.“ sind hier an der Tagesordnung und brennen sich als limitierende Glaubenssätze in das Unterbewusstsein. Fehlende Anerkennung wird mit fehlender Liebe gleichgesetzt. Fehlende Liebe wird mit Ablehnung gleichgesetzt. Umstände wie, dass die Eltern beide berufstätig sind und das Kind vielleicht oft bei den Großeltern ist, oder im Kindergarten oder bei anderen Personen verstärken das Gefühl der Ablehnung. Aber auch wenn die Mutter sich verstärkt um eine andere Person in der Familie kümmern muss. Weil diese sehr krank ist oder auf anderer Art hilfedürftig ist. Jede wieder auftretende Situation wird mit dem Gefühl der Ablehnung belegt und brennt sich weiter in das Unterbewusstsein ein. Die Negativspirale ist angestoßen und wird weiterhin genährt. Gleichzeitig werden Möglichkeiten gefunden um Anerkennung und Liebe zu erfahren.
Gute Noten in der Schule, gute Leistungen im Sport bestärken dann das, was bereits als Grundlage gelegt wurde. Dadurch wachsen jegliche limitierende Glaubenssätze und Selbstüberzeugungen, die dieses Selbstbild erzeugen, was sich bis zum ca. 13. Lebensjahr geprägt hat.
In diesem Alter beginnt die Phase der ICH – Entwicklung. Es entsteht die eigene Meinung, der eigene Stil, das eigene SELBST. Es entwickeln sich eigene Wünsche und Träume. Der eigene Lebensweg entsteht.
Kinder bzw. Jugendliche, die die Grundlagen der Essstörung in sich haben behalten ihre Anpassungsfähigkeit bei. Sie sind nicht in der Lage eine Verbindung zu sich, zu ihrem SELBST, zu entwickeln. Die eigene IDENTITÄT kann nicht entstehen. Eigene Bedürfnisse werden nicht wahrgenommen oder sogar weggedrückt. Oft entwickelt sich ein unbändiger Perfektionismus in Schule und Sport. Es werden sehr gute Leistungen erbracht. Oft mit sehr viel Einsatz um Anerkennung und Liebe über diese Leistungen zu erhalten. Es entsteht geradezu eine Besessenheit. Meistens gehen dabei soziale Kontakte verloren und   Freundschaften zerbrechen. Mit der Zeit leben die Betroffenen in einer Isolation.


Dann kommt die Essstörung


Grundsätzlich ist die Essstörung nicht schlecht. Sie macht aufmerksam darauf, dass die Seele nach etwas ruft. Es geht darum diese Situation anzunehmen und daraus zu lernen. Je mehr die Betroffenen daraus mitnehmen, je mehr Erkenntnisse sie daraus gewinnen umso mehr tritt der Automatismus der Essstörung in den Hintergrund und umso lauter werden die Themen um die es wirklich geht.
Die Heilung einer Essstörung bedeutet immer mehr die Widerstände aus dem Weg zu räumen um immer mehr an den Kern des eigenen SELBST zu gelangen um die wahre Identität zum Ausdruck bringen zu können.
Solange eine Person eine Essstörung hat lebt sie nicht das wahre ICH. So haben andere Menschen nicht die Möglichkeit das echte, wahre ICH kennen zu lernen, weil die Person selber nicht weiß wer sie in Wirklichkeit ist. Sie hat ein Kartenhaus aus Lügen erschaffen. Zusätzlich entwickelt sich Perfektionismus, eine introvertierte Persönlichkeit oder eine extrovertierte Persönlichkeit um das wahre ICH zu verstecken oder zu übertönen.
Beginnt die Betroffene ihre Wahrheit zu denken und auszusprechen, fängt das Kartenhaus an zu bröckeln. Es muss jedoch erst einmal komplett zusammenbrechen damit ein neues Fundament aus Träumen, Wünschen und Visionen entstehen kann.
„DIE ERSCHAFFUNG DES WAHREN ICH`S“

Bedeutung der Magersucht


Die Magersucht bedeutet:
„Ich erlaube mir nicht das Leben erfüllt zu leben.“
„Ich erlaube mir das Gefühl der Fülle nicht.“
„Ich kontrolliere das Essen und meinen Körper um das Gefühl des Erfüllt sein nicht fühlen zu müssen.
Magersucht ist ein Extrem. Bei der Heilung geht es darum, dass Körper, Geist und Seele sich einpendeln. Das sie wieder eins werden. Durch die Arbeit mit Geist und Seele wird der Körper sich automatisch verändern weil der Fokus nicht mehr auf dem Essen liegt.
Nur so kann Heilung entstehen.

Von Herzen Danke


dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast diesen Blogbeitrag zu lesen. Meine Sichtweise und mein Verständnis über die Magersucht / Anorexia nervosa sind unter anderem das Fundament meiner Heilung als Mutter und meiner Arbeit. Darauf aufbauend werden zukünftig weitere Beiträge erscheinen, die das große Bild der Mutter-Tochter Beziehung im Kontext der Magersucht Stück für Stück zu einem großen Ganzen zusammenführen. Ich werde die Herausforderungen von Mutter und Tochter aus einer anderen Sichtweise erscheinen lassen, die dazu führen wird, dass auch Du, wenn Du dazu bereit bist, Deine persönliche Situation leichter empfinden wirst.
Falls Du bereits jetzt schon das Bedürfnis nach einer 1:1 Begleitung durch mich verspürst, melde Dich sehr gerne direkt bei mir. In einem persönlichen Gespräch können wir uns näher kennenlernen und über die Möglichkeiten des Coachings sprechen.

Herzlichst
Michaela

 

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