Ich komme aus der Sorgenspirale nicht raus!

Seitdem ich damals erfahren habe, dass unsere Tochter an Magersucht erkrankt ist habe ich mir große Sorgen gemacht. Meine Gedanken kreisten den ganzen Tag um diese schreckliche Krankheit. Ich konnte mich auf nichts mehr uneingeschränkt konzentrieren. Immer wieder schossen Gedankenblitze in meinen Kopf, die sich mal mehr, mal weniger hartnäckig, festsetzten um dann immer und immer wieder aufs Neue durchdacht zu werden. Mein Verstand wollte einfach keine Ruhe geben. Ein Gedanke wollte zu vielen Szenarien verarbeitet werden. Mein Kopf war unglaublich kreativ und sehr ausdauernd. So spann ich mir Geschichte für Geschichte zusammen. Und alle waren wohlgemerkt negativ. Ich war damals nicht mehr in der Lage mir einen guten Verlauf der Magersucht vorzustellen. Mein ganzes System war auf Negativität programmiert.

Sorgen sind negative Gedanken

Sorgen sind negative Gedanken, die sich um potenzielle Probleme oder Schwierigkeiten drehen, die in der Zukunft auftreten können. Dadurch, dass eine Not, eine Gefahr oder eine Befürchtung gedanklich vorweggenommen wird, wirkt sie sich auf das Fühlen, Denken und Handeln im derzeitigen Moment aus. Das bedeutet, dass mein Kopf sich alle möglichen schrecklichen Szenarien vorgestellt hat, die eintreten KÖNNTEN und mein Körper hat sofort mit dem entsprechenden negativen Gefühl reagiert. Sowohl die Bilder in meinem Kopf, als auch die Emotionen haben mich zu entsprechenden Handlungen „gezwungen“.  Ich habe sehr oft mein angelesenes Wissen über die Erkrankung mit der Situation in unserer Familie verglichen. Und wir kamen dabei immer schlechter weg. Es kam sozusagen zu einer Aufmerksamkeitsverschiebung auf Befürchtungen oder mögliche Folgen, so dass ich die momentane Situation, den Status quo, gar nicht wahrnehmen konnte. Ich war nicht mehr in der Lage meine Emotionen, die aus den vorweggenommenen Gedankenszenarien rührten auszustellen. Ich war beherrscht von negativen Gedanken und Gefühlen, die dem jetzigen Moment NICHT entsprachen.

Übermäßige Sorgen machen krank

Ich habe damals über einen Zeitraum von 6 Jahren mit meinen Sorgen gelebt. Übermäßiges Nachdenken über die Magersucht unserer Tochter und all die Umstände, die damit einhergingen hat dazu geführt, dass mein Körper im Verlauf unter großem Stress stand. Ich habe mich ja fast ununterbrochen mit allen möglichen „Worst Cases“ beschäftigt. Mein ganzes System lief auf Hochtouren. Mein Körper rebellierte mit der Zeit. Um diesem Gedankenkarussell Einhalt zu gebieten habe ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln kompensiert. Fortwährende Beschäftigung, nicht stillsitzen zu können, Sportzwang und Überstunden im Job sollten mich ablenken. Doch stattdessen bekam ich körperliche Symptomatiken. Kopf- und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen machten mich krank.

„Sorgen machen heißt Lieben!“

Wir Mütter haben gelernt, dass eine gute Mutter sich Sorgen um ihr Kind machen muss. Wer sich sorgt, der liebt. In meinen Coachings sagen die Frauen mir, dass sie nicht aufhören können sich zu sorgen, weil sie ihre Tochter lieben würden. Das ist doch normal für Mütter. Mit anderen Worten: Mütter müssen Leiden sonst sind sie keine guten Mütter!! Diese Glaubenssätze sitzen tief in uns. Sie sind uns ja auch selbst vorgelebt worden. Doch ist das die Wahrheit?

Wenn ich mir Sorgen mache bin ich in der Angst.     Wenn ich Liebe bin ich im Vertrauen.

Die Sorgen und Ängste der Mütter bleiben nicht allein bei uns. Sie strahlen die Energie dieser Emotionen aus. Unsere an Magersucht erkrankte Tochter ist besonders empfänglich dafür. Sie spürt unsere Angst und gibt sich die Schuld daran. Das wiederum führt zu einem großen Druck, unter dem unser Kind leidet. Die meisten Mädchen können den Druck der Magersucht und den Druck an Mamas „Zustand“ schuldig zu sein, kaum ertragen. Sie spüren eine zu große Verantwortung, die sie nicht tragen können. Sie möchten nicht, dass es der Mama schlecht geht. Denn wenn sie in der Angst ist kann sie die Tochter nicht unterstützen. Sie bleibt in ihren Emotionen gefangen. Schaffen wir jedoch Ängste in Liebe zu verwandeln, wird Vertrauen entstehen können. Vertrauen ist ein sehr machtvolles Gefühl. Strahlen wir Vertrauen aus, so wird unser Kind es ebenso spüren und wissen, dass wir an sie glauben. Hab Vertrauen das Richtige zu tun. Hab Vertrauen, dass sie weiß, dass Du an sie glaubst. Hab Vertrauen, dass sie weiß, dass Du immer für sie da bist. Hab Vertrauen darin, dass alles gut wird. Hab Vertrauen, dass Du bedingungslos vertrauen kannst.

Denn Vertrauen bedeutet zu lieben……und nur das braucht sie……..und Du!

Die Sorgen dürfen gehen

In meinem Coaching erkennen die Frauen, dass ihre Sorgen nicht real sind und im Moment keine Berechtigung haben. Durch eine andere Sicht auf ihre Situation und die Magersucht ihrer Tochter, werden ihnen schnell die Zusammenhänge klar. Wir erarbeiten ihren Anteil an der Erkrankung und lösen die blockierenden Themen auf. Bisher hat jede Frau es geschafft sich und ihrer Tochter zu Vertrauen. Es brauchte keinen Druck und keine Kontrolle mehr.

Es braucht nur ein offenes Herz und Liebe.

Von Herzen Danke, dass Du diesen Artikel gelesen hast. Vielleicht hast Du Fragen, die Dich selbst betreffen oder meine Arbeit. Du kannst mich über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion anschreiben oder meine Kanäle auf Social Media nutzen. Ich freue mich über jede Nachricht.
Herzlichst
Michaela

 

 

 

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