Du musst sie endlich loslassen!

Wie oft habe ich diesen Satz damals gehört und gelesen. Immer wieder begegnete er mir. Mütter müssen ihre Kinder irgendwann loslassen, auch die Gesunden. Alle Mütter müssen ihre Kinder loslassen damit sie selbstständig werden und ihre eigenen Wege gehen können.  Vielleicht kennst Du diesen Spruch:

Wenn Kinder klein sind gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind gib ihnen Flügel.

Mich begleitet dieser Spruch seitdem ich Kinder habe. Anfangs war für mich klar, was damit gemeint ist. Doch irgendwann stolperte ich über die FLÜGEL. Ich dachte, dass ich unserer Tochter so viel Freiraum gab, wie sie brauchte. Dass ich sie ihre Erfahrungen machen ließ. Dass ich ihr den Raum gab um sich frei entfalten zu können. Dass sie sich ausprobieren durfte. Sich selbst kennenlernen und erfahren durfte.

Dann kam die Magersucht in unser Leben

Rückblickend betrachtet habe ich ihr die ersten 6 Jahre der Krankheit die FLÜGEL eher gestutzt. Ich konnte die Krankheit und alles, was damit in Zusammenhang stand nicht wirklich annehmen. Es verunsicherte mich so extrem, dass es innerlich schmerzte. Alles um mich herum drohte zu zerbrechen, wenn ich dem nicht Einhalt gebiete. So nahm ich die Zügel in die Hand und „kappte die Flügel“. Schluss mit freier Entfaltung und Ausprobieren. Jetzt war Gefahr in Verzug. Ich bin die Mutter und habe die Verantwortung für sie. Ich kann doch nicht zusehen wie sie verhungert und alles andere auch noch „den Bach runter geht“. So begann ich sehr mitfühlend und mitleidend die Kontrolle zu übernehmen.

Meine eigene Transformation öffnete mir die Augen

Durch meine eigene Entwicklung und zahlreiche Ausbildungen habe ich wirkliches Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Mutter und Tochter erlangt. Ich habe verstanden, dass unsere Verbindung energetischer Natur ist und unbewusst in unser beider Systemen abgespeichert ist. Dass, was intrauterin durch die Nabelschnur sichtbar ist und nach der Entbindung als sogenanntes „Mutterband“ in rein energetischer Form fortbesteht. Die Verbindung von Mutter und Tochter ist eine ganz Besondere und bleibt ein Leben lang bestehen. Viele feinfühlige Mütter spüren intuitiv, wenn es ihrer Tochter nicht gut geht. Einige haben sogar Vorahnungen, dass sich bestimmte Dinge im Leben ihrer Tochter ereignen werden.
Noch vor einigen Monaten war ich der Meinung, dass das „Kappen“ dieses Mutterbandes das LOSLASSEN ist, von dem immer gesprochen wird. Was jedoch niemand wirklich erklärt. Also, das Unterbrechen der energetischen Verbindung von Mutter und Tochter. Damit sich beide voneinander befreien können und Heilung auf beiden Seiten geschehen kann. Ich habe diese Prozesse schon mehrfach durchgeführt und auch Erfolge damit erzielt. Auch bei mir selbst.
Ich habe Mütter in ihre Emotionen geführt und Transformieren lassen. Alles hat und hatte seine Berechtigung. Dieser Prozess war, ist und wird immer wirkungsvoll sein. Er passt nicht zu jeder Familiensituation und auch nicht zu jeder Mutter. Manchmal muss er angepasst werden und meistens passen die Mütter ihn selbst ganz intuitiv für sich an, damit er wirken kann.

Heute sehe ich es anders

Aus eigener Erfahrung sehe ich heute anders auf das sogenannte LOSLASSEN. Heute kehre ich zurück zu den Flügeln. Wir dürfen unsere Töchter frei lassen. Und zwar wirklich frei lassen. Damit meine ich, dass wir Mütter uns von unseren eigenen Erwartungen befreien. Erwartungen, die uns und unser bisheriges Leben geprägt haben. Erwartungen, die an uns als Kind gestellt wurden, die wir an unsere Kinder weitergeben. Erwartungen, wie das Leben zu funktionieren hat damit bestimmte Dinge erreicht werden können. Erwartungen, die unser Kind nicht erfüllen konnte und deshalb die Kontrolle in der Magersucht gefunden hat. In Wirklichkeit sind diese Erwartungen an unser Kind unsere Art zu kompensieren. Also zu kontrollieren und die Sicherheit für UNSER Leben zu finden. Wir Mütter können den Schmerz der Unsicherheit, aus unterschiedlichen Gründen, nicht aushalten. Wir tragen ihn seit Kindertagen in uns, unser ständiger unbewusster Begleiter. Wir haben uns daran gewöhnt, er gehört zu uns und ist uns nicht fremd.

Die Magersucht Deiner Tochter macht Deinen Schmerz sichtbar

Damit wir Mütter sozusagen „aufwachen“ kommt die Magersucht in unser Leben. Sie will uns unsere Themen und blockierenden Glaubenssätze sichtbar machen. Sie will uns verdeutlichen an welchen Stellen wir kompensieren um den Halt nicht zu verlieren. Sie zeigt uns andererseits aber auch, wenn wir bewusst hinschauen, an welchen Stellen wir loslassen müssen um den Halt wieder zu finden. Wir müssen loslassen um unsere eigene Stabilität wieder zu erlangen. Das hört sich paradox an, ist es aber nicht. Wenn wir alle Erwartungen loslassen beginnen wir bedingungslos zu vertrauen. Das heißt:


Wir lassen uns ein.
Wir lassen sein.
Wir lassen uns ein um zu sein.  

Wie das möglich ist und wie das mit der Magersucht Deiner Tochter zusammenhängt erfährst Du im folgenden Blogbeitrag.
Von Herzen Danke, dass Du diesen Artikel gelesen hast. Vielleicht hast Du Fragen, die Dich selbst betreffen oder meine Arbeit. Du kannst mich über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion anschreiben oder meine Kanäle auf Social Media nutzen. Ich freue mich über jede Nachricht.


Herzlichst
Michaela

 

 

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