Die Magersucht Deiner Tochter ist in Wirklichkeit ein Geschenk

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass die Magersucht unserer Tochter ein Geschenk sei, hätte ich dieser Person einen Vogel gezeigt. Vielleicht hätte ich sie auch als völlig verrückt erklärt und wäre wütend und unverstanden weggegangen. Ich hätte mich über diese Aussage aufgeregt und sicher gesagt, dass diese Person ja keine Ahnung habe, was die Magersucht mit einer Familie macht. Dass es eine schwere Erkrankung sei, die man bekämpfen muss, damit sie schnellstmöglich wieder verschwindet. Niemand möchte dieses Drama erleben.

Nichts geschieht ohne Grund

Bei mir hat es lange 6 Jahre gedauert, bis ich erkannte, dass die Essstörung unserer Tochter eine Funktion erfüllte. Sie wollte mir als Mutter etwas mitteilen. Ich sollte auf etwas aufmerksam gemacht werden, dass ich ohne ihre Erkrankung nicht hätte erkennen können. Ich brauchte erst einen gewissen Leidensdruck, dessen Level erreicht sein musste, bevor ich wirklich hinschauen konnte. Ich brauchte erst einen gewissen Druck von außen, der mich nach 6 Jahren Kompensation endlich aufwachen ließ. Ein Druck, der so unerträglich war, dass ich gar nicht anders konnte als bei mir hinzuschauen. Und ganz ehrlich, anfangs wollte ich wieder wegsehen, wollte den Raum, den ich betreten hatte, wieder verlassen, wollte mich verstecken und so tun, als hätte ich nie hingeschaut. Doch wenn man das Feld der Selbsterkenntnis einmal betreten hat, gibt es kein Zurück mehr. Ja, wenn es sehr weh tut, ist es möglich eine Pause einzulegen, doch irgendwann folgt eine innere Bereitschaft diesen Weg weiterzugehen.

Meine erste Erkenntnis

Meine allererste Erkenntnis, die mich auf den Weg gebracht hat, war, dass alles bei mir beginnt. Und wenn ich beginne meine Themen zu lösen wird es sich im Außen zeigen. Immer, immer, immer! Wenn ich es schaffe bei mir zu bleiben und den Fokus bei mir zu belassen ist es nicht mehr nötig mich um die „Befindlichkeiten“ anderer zu kümmern. Wenn ich an mir arbeite, muss ich allerdings auch die volle Verantwortung für mich übernehmen. Für meine Gedanken, Gefühle und Handlungen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Blockaden und Glaubenssätze gezeigt, die in meiner eigenen Kindheit entstanden sind. Und die sich bis zu diesem Zeitpunkt in mein System eingegraben haben. Sie wirkten dort tagein, tagaus und ich bemerkte sie nicht, weil es für mich gewohnt war, mich entsprechend zu fühlen und zu handeln. Ich lebte nach den Glaubensmustern meiner Eltern und hielt sie für richtig und gut, weil ich es nicht besser wusste. Ich hielt mich in Freundeskreisen und im Verwandtenkreis auf, indem Menschen nach den gleichen Meinungen und Glaubenssätze lebten. Ich war ein Teil von Ihnen.

Meine Veränderung

Durch meine innere Arbeit habe ich mir viele, viele Themen angeschaut, von denen ich gar nicht wusste, dass sie in mir wirken. Ich habe sie nach und nach angeschaut, bearbeitet und losgelassen. Wie bei einer Zwiebel habe ich Schale für Schale abgelegt, um nach und nach meinem eigentlichen Kern immer näher zu kommen. Ich durfte lernen, dass sehr viele Glaubensmuster gar nicht meine waren. Dass ich in Wirklichkeit gar nicht die bin, die ich zu sein glaubte. Dass das, was ich von mir dachte die Meinung anderer war, die ich übernommen hatte und dementsprechend lebte. Ich habe Schritt für Schritt mein eigenes ICH freigelegt. Ich war plötzlich in der Lage Entscheidungen schnell und intuitiv zu treffen. Ohne lange abzuwägen, ob ich auch im Sinne anderer handle. Oder ob sich durch meine Entscheidungen andere gekränkt oder übersehen fühlten. Meine innere Freiheit und Unbeschwertheit zeigten sich schnell im Außen. Ich zog andere Menschen in mein Leben. Menschen, die ebenso bewusst und intuitiv leben wie ich. Menschen, die offen und ehrlich sind und über sich und ihre Ziele und Wünsche reden und nicht über das Wetter oder andere Leute. So begann sich auch mein berufliches Leben zu verändern. Durch meinen Weg in die Freiheit hat sich auch die Magersucht verändert. Unsere Tochter wurde offener und aufgeschlossener. Konnte nach und nach ihre Erkrankung loslassen. Diese Entwicklung hat mich dazu inspiriert mein Wissen weiterzugeben. Denn das, was ich herausgefunden und erlebt habe konnte man noch nirgendwo nachlesen. Niemand veröffentlichte etwas über die Zusammenhänge zwischen Mutterthemen und Magersucht. Anfangs war ich noch etwas zaghaft, doch mit der Zeit und mit meinen Erfolgen in zahlreichen Coachings wurde ich deutlicher und lauter. Meine Expertise ist meine eigene Erfahrung und eine Vielzahl an zusätzlichen Ausbildungen im Coachingbereich, Energiearbeit und Geistheilen. Und natürlich all die Erfolge, die meine Klientinnen für sich erzielt haben.

Das große Geschenk

Für mich hat sich die Magersucht unserer Tochter als ein sehr großes Geschenk entpuppt. Ein Geschenk, dass ich erst erkennen konnte, als ich meine Themen gelöst hatte. Die innere Leichtigkeit und Freude in meinem Herzen spüren konnte. Die Unbeschwertheit und das große Vertrauen in mich und in meine Tochter, aber auch in das große Ganze hätte ich ohne diesen Weg niemals fühlen können. Der Weg in meine berufliche Selbstständigkeit ist ein riesengroßes Geschenk für mich, weil ich frei und mit ganzem Herzen, das tun darf, was ich liebe. Ich habe seitdem nie mehr das Gefühl gehabt, das ich arbeite oder Urlaub benötige. Ich kann mich frei entfalten und „arbeiten“, von wo und wann ich möchte. Die Erfolge und die Dankbarkeit meiner Kundinnen beflügeln mich, mich immer weiterzuentwickeln und nicht stillzustehen. Das allergrößte Geschenk jedoch ist, das sowohl unsere Ehe als auch unser Familienleben sich zu etwas ganz Besonderem entwickelt haben. Es ist unser liebevoller, leichter und wertschätzender Umgang miteinander und die bedingungslose Liebe füreinander, die uns dazu ermächtigt hat frei von Erwartungen und mit einem großen Vertrauen das Leben zu genießen.  Unsere Töchter spiegeln uns täglich unsere Veränderung und gehen jede für sich ihren eigenen Weg. Sie haben auch gelernt auf ihr Herz zu hören und ihrer Intuition zu folgen.
Gibt es ein größeres Geschenk?

Und so wird es jeder Familie ergehen. Die Magersucht hat immer eine Funktion. Eine Aufgabe für die Familie. Sie fordert uns auf, genauer hinzuschauen. Dürfen sich alle Familienmitglieder frei entwickeln? Leben wir Vertrauen und Bedingungslosigkeit? Tun wir uns wirklich alle miteinander gut? Oder leben wir das Leben unserer Eltern? All diese Fragen hätte ich mir ohne die Magersucht niemals gestellt. Ohne die Magersucht hätte ich weitergeschlafen und den Druck und den Schmerz weiterhin ertragen.  Es fühlte sich damals für mich ganz normal an.


Von Herzen Danke, dass Du diesen Artikel gelesen hast. Vielleicht hast Du Fragen, die Dich selbst betreffen oder meine Arbeit. Du kannst mich über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion anschreiben oder meine Kanäle auf Social Media nutzen. Ich freue mich über jede Nachricht.

Herzlichst
Michaela

 

 

 

 

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Kommentare

Ich freue mich auf eure Kommentare, eigene Erfahrungen und eventuelle Fragen!

Kommentar von Sandra Schick

Liebe Michaela
Welch wundervoller und wahrer Blog-Artikel. Ich ehre Dich für Deine wertvolle Arbeit und Offenheit der Menschheit gegenüber.
Als betroffene Mutter kann ich alles, was Du schilderst bestätigen. Auch ich durfte und darf weiterhin unsere Geschichte als Geschenk betrachten. Dies war natürlich nicht von Anfang so. Wir leben seit drei Jahren in unserem Prozess. Es ist eine unglaublich bewegte orkanartige (in Worten nicht fassbare) Zeit und dennoch durfte ich durch Coachings und meiner Ausbildung zum Lebenscoach so vieles in mir erkennen und in die "Heilung"... Integration bringen. Welch ein unsagbares Geschenk zu erkennen, was alles unter der Verpackung liegt um in die Freiheit und Glückseligkeit zu gelangen. Tönt grad etwas kitschig. Natürlich sind unsere Tage immer noch herausfordern, aber mit jedem Muster/Glaubenssatz/Rolle die ich transformieren und integrieren darf, wird es im außen so viel leichter. Ich wünsche allen betroffenen Mütter so viele erkennende durchfühlte integrierende Erlebnisse. Mit jeder Heilung, die Du für Dich erfahren darfst; heilst Du gleichzeitig für die Menschheit. Einfach großartig.
Alles Liebe und herzliche Grüße
Sandra

Antwort von Michaela Pukrop

Liebe Sandra,

ich danke Dir aus tiefstem Herzen für Deine Worte. Du hast mich sehr berührt.  Ich freue mich, dass Du Dein Geschenk bereits auspacken durftest und erkennen konntest, wie wertvoll es doch ist. Wenn wir in der Krankheit gefangen sind wissen wir nicht, wie sich Freiheit und Glückseligkeit anfühlen. Wir haben nur eine wage Vorstellung dessen. Doch haben wir unser  tiefes Tal durchschritten und die dunkelsten Winkel hinter uns gelassen, darf die Sonne wieder scheinen. Und sie wird wieder scheinen, heller als wir es uns jemals vorgestellt haben. Liebe Sandra, ich wünsche Dir und Deiner Familie ein neues Leben, voller Glück, Liebe und Leichtigkeit.

Von Herz zu Herz

Michaela

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